Das war zwanzigzehn

7. Januar 2011 at 21:08

Ich sollte vielleicht nicht so viel prokrastinieren, dann wär mein Jahresbericht zu 2010 schon früher online gegangen, jetzt muss ich mich eben doch noch hinsetzen. 45 Minuten bleiben mir noch, dann kommt Castle!

Gemütlich angefangen hat das letzte Jahr, wie könnte es auch besser sein, mit meinem Urlaub. Gerade mal drei ein halb Monate war ich da schon im Jugendhaus in Tettnang als Zivi angestellt. Im Februar kam dann auch der neue Zivi und ich war nicht mehr alleine. So ging das dann auch bis Mitte Juni weiter und meine neun Monate waren auch schon wieder vorbei. Rückblickend war es echt eine tolle Zeit und ich habe es sehr genossen. Danke noch mal!

Während dem ersten halben Jahr im Jugendhaus ist viel passiert. Von einer Ski- und Snowboardausfahrt über mehere Filmnächte und Konzerte bis hin zu neuen Gerichten für den Mittagstisch, war alles dabei. Gegen Ende meiner Zeit durfte ich mich auch mit iMovie (Videobearbeitung am Mac) beschäftigen, da wir einen kleinen Jahresbericht über das Jugendhaus gedreht haben.

Fast nahtlos ging es dann auch wieder in den Berufsalltag in der Bank über. Passwörter und Kennungen funktionierten noch alle, somit konnte ich wieder problemlos dort weiter arbeiten, wo ich neun Monate davor aufgehört habe. Obwohl ich in Juli eigentlich schon wieder daheim wohnte, fuhr ich noch mal an den schönen Bodensee. Abschlussball von ein paar Jugendlichen war angesagt und ein Besuch der Bregenzer Festspiele. Eigentlich sollte ja die Oper Aida gezeigt werden, da das Wetter aber nicht so wollte und es “kein singing in the rain” gibt, musste die Generalprobe leider abgesagt werden und wir fuhren wieder zurück. Leider keine Oper gesehen, dafür aber ein tolles, verlängertes Wochenende gehabt.

Gegen Ende August gingen dann ja die Proteste gegen Stuttgart 21 so richtig los und da meine Arbeitsstelle fast direkt neben dem Abriss des Nordflügels liegt, konnte man kurz mal vorbei schauen, wie weit sie schon sind. Für Faule gab es ja dann auch noch FlügelTV! Trotzdem bekam ich von der Baustelle und den Demonstrationen nicht viel mit, außer ich wollte nur von meinem Arbeitsplatz in die Stadt. Ein Durchkommen, manchmal mit spöttischen Nebenrufen, war nur bedingt möglich. Aber sei es wie es war, passiert ist zum Glück nichts, das kam ja erst Ende September.

Ende September konnte man erstmals wieder sehen, wie schnell doch wirres Zeugs, online von A nach B wandert. Berichte wurden über die Zustände geschrieben, obwohl keiner der Redakteure anwesend war. Man beruhte sich auf Twitternachrichten. Manches wurde später noch aber noch korrigiert.

So langsam machte ich mich dann auch auf die Suche nach einer eigenen Wohnung in Stuttgart. Sie sollte mindestens zwei Zimmer haben, in der Nähe der Innenstadt liegen, eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz haben und im bezahlbaren Rahmen liegen. Immobilienscout24 war meine neue lieblings Webseite. Kein Tag verging, an dem ich nicht mehrere Objekte online betrachtete. Zum Glück gibt es Digitalkameras und aussagekräftige Objektbeschreibungen, sonst wär ich zu oft enttäuscht wieder gegangen. Vier Wohnungen habe ich mir dann angeschaut und die vierte ist es dann auch geworden =)

Ein schönes (verpixeltes) Haus, ca. zehn Minuten mit der U-Bahn von der Innenstadt entfernt. Die Wohnung liegt zwar im dritten Stock, war aber nur ein kleines Problem beim Umzug mit der Waschmaschine, sonst ist es herrlich dort “oben”.

Im Oktober und November kam ich in den Kontakt mit der Jugendpresse. Auf den großen Jugendmedientagen in München erfuhren wir 500 Teilnehmer eine Menge zu Social Media, Journalismus, Photographie und anderen Themen. Noch als Teilnehmer lernte ich in einem halbtägigen Workshop die Kunst der Portraitfotographie. Bis jetzt konnte ich es leider noch nicht erweitern, das kommt aber sicher noch. Zu den JMTs in Stuttgart, den “kleinen” meldete ich mich als Teamer an und organisierte mit ein paar anderen alles technische. D.h., Equipment von A nach B bringen und später wieder abholen, neue Technik inventarisieren und die Laptops an die Infrastruktur der Hochschule der Medien anpassen. Geschlafen wurde auf beiden Veranstaltungen im Schlafsack. Einmal in einer großen Turnhalle, einmal in einem Klassenzimmer einer Schule.

Der Dezember kam und ich schloss das Jahr wieder mit meinem Jahresresturlaub ab. An Silvester ging es dazu nach Dresden. Und mit reichlich Verspätung im neuen Jahr wieder mit der Bahn zurück.

Zu guter Letzt noch ein paar Statistiken.
Das Blog habe ich im Februar angefangen zu schreiben. Es ist eine Selbstinstallation auf dem Webspace von Cwcity.de. In der Zeitspanne von elf Monaten kamen 61 Beiträge zustande, was in etwa fünf pro Monat bedeutet. Ganze 4.236 mal wurden Beiträge gelesen, aber nur 16 Kommentare gepostet. Da mein Zähler erst seit Mai funktioniert, waren es trotzdem noch 2.276 Besucher im Jahr 2010.
Wie oft ich das Design gewechselt habe, weiß ich leider nicht mehr, aber es war zu oft… Ich hoffe, das wird dieses Jahr besser.

In diesem Sinne wünsche ich nochmals ein frohes neues Jahr und seid gespannt, was es in Zukunft hier geben wird (ich bin es auch!).

Liebe Bahn,

21. Dezember 2010 at 16:18

hier mal ein kleines Video eurer Kollegen aus Russland, die noch mehr Schnee haben wie wir hier in Deutschland. Nehmt euch doch mal bitte ein Beispiel, wie man einen Zug auch noch nutzen kann! Die Straße ist danach zwar nicht mehr befahrbar, aber wen juckt das dann noch, solange die Bahn fährt!

Stuttgart 21 wird zu Stuttgart 21 plus

1. Dezember 2010 at 10:21

Gestern, genau zwei Monate nach der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Polizei und Stuttgart 21 Demonstranten sprach Heiner Geißler seinen Schlichtungsspruch. Die Stuttgarter Zeitung hat ihn auf acht Seiten abgetippt. Hier ein paar Auszüge, die ich recht gut fande.

Webseiten und der Organisation von Zehntausenden Menschen per Mausklick kann die Demokratie nicht mehr so funktionieren wie im letzten Jahrhundert. Die Zeit der Basta-Politik ist vorbei, auch Parlamentsbeschlüsse werden hinterfragt, vor allem wenn es Jahre dauert, bis sie realisiert werden. Sie müssen jedenfalls in dieser Zeit immer wieder begründet und erläutert werden.

Ein Bürgerentscheid zu der Grundsatzfrage Stuttgart 21 Ja oder Nein ist dagegen rechtlich unzulässig. Bei einer bloßen Bürgerbefragung hätte das Ergebnis keinerlei Auswirkungen auf den Fortgang des Projektes. Die Deutsche Bahn ist nicht verpflichtet, einem solchen Votum zu folgen. Hinzu kommt, daß der Vorstand der Bahn gesetzlich verpflichtet ist, Schaden vom Unternehmen abzuwenden, der bei einem Bau-Stopp von S 21 in Milliardenhöhe entstünde.

Bei einem Ausstieg aus Stuttgart 21 entstünden den Projektträgern, insbesondere der Bahn AG, hohe Kosten, die von den S21-Gegnern auf 600 Millionen Euro, von der Bahn auf gut 2,8 Milliarden Euro beziffert werden. Deshalb haben wir diese Frage von drei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einer Plausibilitätsprüfung unterziehen lassen: Eine der Gesellschaften kommt zu der Auffassung, daß ein Ausstieg rund 1 Milliarde Euro kosten würde, die beiden anderen gehen sogar von 1,5 Milliarden Euro aus. Das ist viel Geld dafür, daß man am Ende nichts bekommt.

Auf Seite 7 des Artikels sind die zwölf Hauptpunkte aufgelistet, die Herr Geißler als zwingend Notwendig ansieht, damit Stuttgart 21 PLUS realisiert werden kann.

Für mich hört sich das doch gut an. Ich finde es auch klasse, dass Projektgegner und -befürworter doch noch den Weg zum Schlichtungsgespräch gefunden haben. Wenn es auch anfangs noch nicht so sehr nach einer plausiblen Lösung klang, denke ich, mit S21+ können beide Seiten einen Gewinn verzeichnen!

Über die Kosten wurde leider nicht gesprochen, “wegen der Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen bei den Ausschreibungen”. Ich hoffe mal, dass die Bahn da trotzdem irgendwie, irgendwo noch Angaben machen kann, denn das ist in meinen Augen das wichtigste!

Was haltet ihr davon? Hattet ihr ein anderes Ergebnis erwartet oder freut ihr euch, dass nun eine Lösung gefunden wurde?

An alle, die sich nicht für S21 oder K21 entscheiden können

6. Oktober 2010 at 23:55

Liebe Gegner von Stuttgart 21,
liebe Befürworter von Stuttgart 21,

neulich habe ich einen sehr netten Blogartikel gelesen (klick) in dem die Autorin Pro und Contra von Stuttgart 21 auflistet. Was ihr gefällt und was sie für puren Blödsinn hält (wenn man das mal so sagen darf). Und nach dem Lesen dacht ich mir so, Mensch, das ist doch genau das, was du auch darüber denkst!

Sie fangen an

20. September 2010 at 16:25